Geschichte

des TSV Calw v. 1846 e.V.

Geschichte

Schon zwei Jahre vor der großen deutschen Revolution 1848 enstand in Calw der Gedanke, sich erinnernd der vaterländischen Worte eines Friedrich Ludwig Jahn (1778 – 1852), in hiesiger Stadt eine Turnvereinigung entstehen zu lassen. Somit war die Jahreszahl 1846 das Geburtsjahr des Calwer Turnvereins. Calw darf für sich in Anspruch nehmen, eine der ersten Städte Württembergs zu sein, die einen Turnverein in ihren Mauern hatten. Am 18. September 1846 gründeten in einer stark „politisch bewegten Zeit“ 16 Männer den Turnverein Calw. Ihre Namen sollen nicht fehlen – es waren:

1. Lehrer Albrecht
2. Postpraktikant von Bannwart
3. Apotheker Bosset
4. Apotheker Göbele
5. Schönfärber Federhaff
6. Kaufmann Federhaff
7. Kaufmann Ferdinand Georgii
8. Kaufmann Robert Georgii
9. Notariatsassistent Heiler
10. Rechtsanwalt Mitschler
11. Apotheker Möttling
12. Revisionsassistent Rippmann
13. Etuiarbeiter Rosenthal
14. Fabrikant Georg Schauber
15. Fabrikant Fritz Schauber
16. Etuiarbeiter Christian Wagner
 
Die Turnübungen fanden zunächst wöchentlich zweimal statt, wobei namentlich auch das Fechten eifrig betrieben wurde.

1847 
Am 18.Oktober 1847 erhielt der Verein seine erste Fahne.

1848
Der Turnverein wurde ein Freicorps. Die Pariser Februarrevolution trägt ihre Wogen auch nach Württemberg und in Calw wurde vom Turnverein ein Freicorps gegründet, das der Bürgerwehr angeschlossen war.Auf dem Marktplatz und dem Brühl wurden Exerzierübungen vorgenommen. Der Verein beschaffte 30 Sensen, mit denen aber kein Blut vergossen wurde. Im Zusammenschluss mit den Turnern von Böblingen, Weil der Stadt, Altensteig und Wildbad wurde der sogenannte Schwarzwaldverein gegründet und eine Einheitskleidung verband die Turner auch äußerlich in einer blau-weiß gestreiften Bluse.

1849
Im Jahre 1849 griff der Verein aktiv in die politische Bewegung ein: Am 22.Juni zogen 17 Mann zu der schwäbischen Legion nach Pforzheim. Am 23.Juni Auszug eines Teils der Calwer Bürgerwehr nach Horb. Die Bürgerwehr bestand aus 4 Kompanien und ungefähr 120 Bewaffneten. Stadtschultheiß Schult warnte die Stürmenden, musste jedoch der Gewalt weichen. Weil aber die zugesagte Verstärkung nicht eintraf, traten die Calwer alsbald ihren Rückzug an und kamen stark ernüchtert und beschämt am 24. Juni abends zu Wagen wieder nach Calw, nachdem sie in Wildberg ihre Waffen vergraben hatten. So ist der Horber Feldzug ebenso kläglich verlaufen, wie er prahlerisch und großmäulig in Szene gesetzt worden war. Der Volksmund hat auch treffend sofort die Bezeichnung „Horber Feldzug“ geprägt. (Aus den Briefen von Eugen Staelin).
In der damaligen Zeitung, im Calwer Wochenblatt erschien ein großer Artikel mit der Überschrift „ Es lebe die Republik“. Der Verfasser desselben meinte, es hält mit der Monarchie doch nicht mehr lange, darum will ich ein wenig Republik predigen. Es gibt nur ein Heil, das ist die Republik und sie kam, aber erst nach 70 Jahren.

1850
Als im Jahr 1850 eine städtische Feuerwehr gegründet wurde, stellen sich die Turner zur Verfügung. Sie werden vom Stadtschultheißen Schuldt (1835-1884) gebeten, die Steigerabteilung zu bilden. Zur Aktivierung des Turnens beschließt man im Mai: „ Jeweils nach einer der beiden Turnstunden allgemeinbildende Vorträge halten zu lassen, zum Beispiel über Poesie und Turnen, deutsche Geschichte, Geologie und andere.“ Im August sah die Regierung offenbar in den Turnvereinen Zellen für politische Umtriebe. Der Vorsitzende wird vor den Oberamtmann geladen, der seinerseits dem hiesigen Turnverein unpolitisches Verhalten bestätigt.

1851
Anlässlich des verheerenden Hochwassers der Nagold am 1. August stellt der Turnverein Männer für die freiwillige Feuerwehr zur Verfügung. Die Chronik berichtet: „ Dass der damalige Schriftwart der Turngemeinde die Chronik aus seinem Zimmer, in dem das Wasser vier schuh hoch stand, nur mit Mühe und Not retten konnte.“
Die Lage des ersten Turnplatzes ist nicht genau bekannt. Er muss sich aber in der Gegend des Brühls befunden haben, denn „der Turnplatz wurde durch die Überschwemmung total verheert und unbrauchbar gemacht“.
Während der Wintermonate konnte zunächst bei Thudium (das ist der heutige Badische Hof), also im Vereinslokal geturnt werden. Später stand dem Verein im damaligen Schützenhaus (Stelle des heutigen Hesse-Gymnasiums) ein geräumiges Lokal für das Winterturnen zur Verfügung.
Auch 1851 war der Begriff „geistiges Turnen“ Gegenstand einer Turnratssitzung. Man einigte sich auf einige Bücher, welche belehrende und interessante Gegenstände betreffen und deren Anschaffung.

1854
Am 13.Februar wurde gegen den Turnverein wie gegen alle Turnvereine des Landes wegen verräterischer politischer Tendenzen Untersuchungen durch das königliche Oberamt angeordnet, was auch die Beschlagnahme sämtlicher Akten und Protokolle des Vereins zur Folge hatte, bis endlich am 17.Juli 1855 die Untersuchung ohne Erfolg geschlossen und die Papiere zurück gegeben wurden (Protokoll des TSV).

1858
Auf dem Turnfest in Schwäbisch Hall errang der spätere langjährige Vorstand Emil Georgii den ersten Preis.

1862
Weihe der zweiten Turnerfahne, die von den Jungfrauen Calws gestiftet und von ihnen selbst geflickt wurde. Sie hat heute ihren Platz im Museum der Stadt. Unter der Leitung von Emil Georgii wird der Turnverein straffer, tatkräftiger und zielbewusster geführt. Georgii war Kaufmann, Gemeinderat und auch Feuerwehrkommandant und als Turner weit über die Grenzen Schwabens hinaus sehr geschätzt und gefeiert. Er war über 40 Jahre 1.Vorsitzender.
Am Pfingstmontag, den 9.Juni 1862, wird in Calw ein großes Bezirksturnfest abgehalten.
Der Festball findet im Badischen Hof statt. Am 5.August soll der Überschuss des Bezirksturnfestes als Grundlage des zu errichtenden Fonds zum Erwerb einer Turnhalle dienen. Für diesen Fonds werden monatlich 5 Gulden aus der Vereinskasse abgezweigt.
Die Generalversammlung revidiert am 28. Oktober die Satzung des Turnvereins.
Die Turnübungen für die vier Riegen werden wesentlich strenger umrissen, verschärfte Strafen beim Fernbleiben eingeführt.
Auf Ende des Jahres werden dem Turnrat einige wenige Mitglieder gemeldet, die „einen Lebenswandel führen, der durchaus nicht geeignet sei, dem Verein Ehre zu machen“. Die Betroffenen werden unter Androhung des Ausschlusses aufgefordert, sich hierüber zu verantworten.

1863
In Stuttgart wird beschlossen, dem bisherigen „Gau des unteren Schwarzwaldes“ den Namen „Nagold-Gau“ zu geben. Dieser neuen Gründung treten die Turnvereine Altensteig, Böblingen, Calw, Herrenberg, Nagold, Neuenbürg, Rohrdorf, Wildbad, Wildberg und Weil der Stadt bei.
Am dritten deutschen Turnfest in Leipzig nimmt ein Calwer teil.

1864
Anlässlich des Krieges Preußens und Österreichs gegen Dänemark werden wieder Exerzier- und Waffenübungen aufgenommen und teilweise im Rathaussaal veranstaltet. Ein Wehrverein wird dem Turnverein angegliedert.

1866
Angesichts der bedrohten Lage unseres Vaterlandes wird vom Vorstand die Notwendigkeit der Wehrhaftmachung des Volkes hervorgehoben und an die zahlreichen Versammlungen der Antrag gestellt, unseren Verein in einen Turn- und Wehrverein umzuwandeln und demgemäß neben den Turnübungen hauptsächlich Wehrübungen vorzunehmen. Dieser Antrag wird einstimmig zum Beschluss erhoben. Aufruf im Calwer Wochenblatt zur Beteiligung an den Waffenübungen unseres Vereins.
Im Dezember 1866 fast der Turnrat folgenden Beschluss: die Durchführung eines deutschen Turnfestes wird abgelehnt, weil die politischen Verhältnisse nicht dazu angetan seien und es überhaupt gegenwärtig kein Deutschland gäbe.
Die Calwer Schützengesellschaft überlässt ihre Schießstätte den Mitgliedern des Turnvereins unentgeltlich zu Benützung. Neu in den Turnbetrieb wurde das Bajonettfechten aufgenommen.

1867 – 1868
Zunächst wächst die Mitgliederzahl sehr stark an, nimmt dann aber überraschend ab und „überhaupt entwickelte sich sehr viel Lauheit und wenig Interesse am Besuch der Versammlungen“. Es wird auch kein Protokoll geführt.

1869
Am 20. April wird der Beschluss gefasst, den Bau einer Turnhalle in Angriff zu nehmen. Die Frage war akut geworden, weil des Bahnbaus wegen des Schützenhaus abgebrochen werden musste und damit der Raum für das Winterturnen verloren ging. Der Verein ist bereit, jetzt 2500 Gulden beizusteuern, falls die Stadtverwaltung eine Halle errichtet gegen das Recht der Mitbenutzung (gesamter Bauaufwand ca. 8000 Gulden). Die Verhandlungen mit der Stadt sind langwierig und schwierig.
Die bürgerlichen Kollegien beschließen am 9.Juli 1869 den Bau einer Turnhalle.

1870
Am 18. Februar 1870 wird die neue Turnhalle ihrer Bestimmung übergeben (heutige Brühlturnhalle). Die Freude darüber war groß, obwohl der Verein genötigt war, zur Deckung seines Beitrages 600 unverzinsliche Anleihscheine zu je 5 Gulden innerhalb seiner Mitglieder unterzubringen. Der Turnrat beschließt, dass abends 20.00 Uhr ein Zug vom Thudium aus veranstaltet, die Halle mit 6 Dutzend Illuminationsampeln beleuchtet und ein bengalisches Feuer abgebrannt werden soll. „ein interessantes Stück Kulturgeschichte der Stadt Calw“, so wird die Turnhalle vom Vorsitzenden bezeichnet.
Beim späteren Bau der Stadtkirche diente die Turnhalle auf dem Brühl als Interimskirche.
Am Krieg gegen Frankreich nehmen 45 Calwer teil, darunter auch eine Anzahl Turner. Von ihnen kehren 44 im Juni 1871 zurück.

1871
In Verbindung mit einem Gauturnfest wird im September 1871 das 25jährige Jubiläum des Vereins gefeiert. Der dazugehörige Turnerball findet erst am 25. November statt, „da an diesem Tag erstmalig Gas brennen wird“.
Am 25. November findet in  Stuttgart der schwäbische Turnertag statt.

1872
Zum deutschen Turnfest in Bonn wird Emil Georgii abgeordnet.
Anlässlich der Eröffnungsfeierlichkeiten der Eisenbahn, verbunden mit einer Gewerbeausstellung vom 29. Juni bis 15 September waren sowohl die Turner als auch die Feuerwehr beteiligt. Es heißt jedoch, dass die Hälfte der Feuerwehrleute beim Festzug lieber hinter der Fahne des Turnvereins marschiert sind, aber auch eine Anzahl Turner die Standarte der Feuerwehr bevorzugten.

1883
Die Weihnachtsfeier des TSV wird nach 17jähriger Unterbrechung erstmals wieder unter Mitwirkung von Liederkranz und Stadtmusik gefeiert.
Im April hatte der Verein sämtliche Verpflichtungen, die von dem Turnhallenbau herrührten, bereinigt.

1885
Während die evangelische Stadtkirche in den Jahren 1885 bis 1886 gebaut wurde, musste die Turnhalle auf dem Brühl als Interimskirche benutzt werden. Zum Ausgleich dafür wird mit dem Holz von der alten Kirche ein Barackenbau auf dem alten Turnplatz erstellt.

1896
Würdig, festlich und harmonisch wurde das 50-jährige Stiftungsfest gefeiert. Bei diesem Ereignis konnte auch Emil Georgii sein 50-jähriges Turnerjubiläum begehen. Drei Jahre später wurde der bisherige 2. Vorsitzende Emil Staudenmeyer zu seinem Nachfolger gewählt.

1902
Eine Damenriege wurde 1902 gegründet und erwies sich trotz vieler Widerstände als lebenswichtige Abteilung des Vereins.

1903
Die Gründung des TSV Alzenberg erfolgte durch Jakob Lörcher, Matthäus Ganzhorn, Michael Ganzhorn und andere. Erster Vorsitzender wird Wilhelm Gackenheimer, der das Amt 1913 an Jakob Lörcher weitergibt.

1914 – 1918
Von 90 Mitgliedern, die ins Feld zogen, kehrten 35 nicht wieder zurück, unter ihnen der Turnerfreund Stadtschultheiß Eduard Conz, der 1918 als Major an der Spitze seines Bataillons fiel. Insgesamt kehrten 191 Calwer nicht mehr von Frankreich zurück. Für sie alle wurde im Juli 1921 das Kriegsehrendenkmal an der evangelischen Stadtkirche enthüllt. Während des Krieges (1916) wurden dem Vorstand Staudenmeyer und dem Ehrengauturnwart Pfrommer je ein Ehrenbrief der deutschen Turnerschaft verliehen.

1919
Mit einigen Aktiven nahm Jakob Lörcher die Arbeit des Vereins wieder auf. Vor allem begann man mit der Planung eines Turnplatzes im Häslich.
 

1921
Infolge der verheerenden Inflation wurde am 06. August nur eine kleine 75jährige Jubiläumsfeier veranstaltet.
Der Mitgliederstand stieg auf über 200 Personen.
 

1923
Beim Kreisturnfest in Esslingen am 29. Juni erhielt die Calwer Vereins- als auch die Frauenriege einen ersten Preis.
Auch beim 13. Deutschen Turnfest in München  nahm eine Abteilung aus Calw teil.
Im Oktober wurde erwogen, die Sportvereine von der deutschen Turnerschaft zu lösen. Der TV Calw vollzog diese Trennung am 1.November. dadurch schied die Fußballabteilung aus dem TV Calw aus und bildete einen eigenen Verein.
Am 26. November war der teuerste Tag der Inflation überhaupt. Das Vermögen des TV Calw schmolz dahin wie Butter in der Sonne. Ein Liter Bier zum Beispiel kostete 520 Milliarden Mark und ein Laib Brot 500 Milliarden Mark. Eine Billion Papiermark war gleich einer Goldmark.
Dennoch ist erstaunlich, wie die Turner dem Verein die Treue hielten und eine Weihnachtsfeier veranstalteten, zu der sie die Mittel von 12 Billionen Mark aus eigener Tasche vorgeschossen haben.
 

1924
Man unterstützte den Turnhallenneubau in Altburg und veranstaltete einen Werbeabend im Badischen Hof mit außerordentlich großem Erfolg. Besonders die Turnerinnen hatten es den zahlreichen Besuchern mit schön aufgeführten Reigen angetan.
Was in Bezug auf den Fußballverein galt, sollte nicht das Handballspiel treffen. Im Turnrat wurde festgestellt: „ Das Handballspiel, das ein deutsches Spiel ist, im Gegensatz zu dem englischen Fußballspiel, soll in dem Verein gepflegt werden.“
Die Benützung der Turnhalle wurde großzügig auch anderen Vereinen gestattet, so zum Beispiel dem neu gegründeten Radfahrverein Calw, dem Verein christlicher junger Männer und wie gesagt dem Fußballverein Calw.
Am 6.Oktober entschloss sich der TV, den schönen Brauch des Fackelns wieder aufleben zu lassen.
 

1925
Zu Ehren des Gauvorstandes Emil Staudenmeyer wurde eine Turnjubiläumsfeier im Badischen Hof festlich begangen. Er hatte sich 50 Jahre der Turnsache angenommen und 25 Jahre davon die Geschicke  des Nagold-Gaues geleitet.
Sein Nachfolger wurde Karl Pross, der das begonnene Werk der Erwerbung eines Turn- und Spielplatzes zu Ende führte.
Dem TV soll eine Schwimmabteilung angegliedert werden, die aber noch bei der Badwiese an der Nagold angesiedelt war.
Sowohl bei der 40jährigen Gründungsfeier der Ortsgruppe des Calwer Schwarzwaldvereins beteiligten sich die Frauen- und Männerriege als auch beim 41. Schwäbischen Landesturnfest in Ulm. Die Turnerinnen errangen wiederrum einen 1.Preis und wurden daher mit Trommelklang und Fackelzug bei ihrer Rückkehr durch die Stadt geleitet. Im August wurde von der deutschen Turnerschaft der sogenannte „Hermannslauf“ durchgeführt, ein Stafettenlauf, der 3 Tage und 2 Nächte dauerte. Von 16 Punkten der Reichsgrenze zogen die Läufer 18 000 km strahlenförmig durch das ganze Reichsgebiet. Die Calwer Turner hatten die Strecke zwischen Bahnhof Teinach bis zum „Adler“ in Calw zu übernehmen.
(Hermannslauf: 1845 wurde dem Cheruskerführer Armin ein Denkmal im Teutoburger Wald errichtet. Zum 50 Jubiläum wurde dieser Lauf zum ersten Mal veranstaltet, um Armin bzw. Hermann zu
ehren.)
 

1926
Durch die Spendenbereitschaft der Mitglieder konnte der Verein eine mustergültige Anlage zwischen Calw und Hirsau schaffen, die nicht allein den Zwecken des Turnbetriebs, sondern durch das mit ihr verbundene Luft-, Sonnen- und Flußbad zu Nutzen und Frommen der Allgemeinheit dient.
Der Platz (64 a) hatte 6 000 Mark gekostet, der erforderliche Ausbau dagegen 15 000 Mark. Die Stadt beteiligte sich mit 2 000 Mark und erließ dem Turnverein außerdem für 14 Jahre den Wasserzins.
Die Musterschule Jäckle aus Schwenningen fragt an, ob der Kreisfrauenwart sich „ mit seiner Frauenmusterschule in Calw zeigen dürfe in einer öffentlichen Schaustellung“. Da die Finanzierung nicht allzu groß war, erklärte sich der TV auch bereit, die 200 Mark zu übernehmen. Ein Kritiker schrieb damals, „die rhythmischen Bewegungen der 30 Musterschüler machten das Herz froh“.
 

1927
Am 5.Juli wird durch ein Gartenfest, verbunden mit einem Turnwettkampf, der selbst hergerichtete Platz für die Turner in Alzenberg eingeweiht.
Als Abteilung des TV existiert eine Fechterriege, obwohl schon 1847 das Fechten im TV erwähnt ist.
 

1928
In der festlich geschmückten Oberamtsstadt findet der große Kreistag des 9.Turnkreises Schwaben statt.
Die Anlage einer Eisbahn konnte teils wegen der Kosten, teils wegen des Fehlens eines Platzes nicht in Erfüllung gehen.
Das zielstrebige mühen des TSV Alzenberg wird mit einem Richtfest der eigenen Turnhalle am 25 jährigen Jubiläum belohnt. In diesem Jahr (1928) wird auch eine Faustballabteilung gegründet, die einen äußerst erfolgreichen Weg nahm.

1930-1932
Eine erste Schiabteilung wurde dem Turnverein angegliedert (1932). Die Turnhalle auf dem Brühl wurde mit roten Sandsteinplatten belegt anstelle des seitherigen holprigen Pflasters (1933).
Der TSV Alzenberg wirkt nicht nur durch sportliche Betätigung, sondern auch durch gesellige Veranstaltungen weit in die Öffentlichkeit der Gemeinde hinein (z.B. Theateraufführungen, Tanzveranstaltungen u.a.m.). 

1933
Beim 15.Deutschen Turnfest in Stuttgart war die Calwer Sanitätskolonne mit 10 Mann vertreten. Die Calwer Turnerriege konnte in ihrer Klasse einen 1.Preis erringen, ebenso wie die Turnerinnenriege. Großer Jubel herrschte über den Kranzsieger Robert Regenberg.
Der TV empfiehlt  die, seinem Turn- und Spielplatz angegliederte, Badeanstalt für Fluss-, Luft-, Sand- und Sonnenbäder der Calwer und Hirsauer Einwohnerschaft sowie deren Kurgästen zur Benützung gegen eine mäßige Gebühr. Für Mitglieder und ihre Angehörigen ist der Gebrauch gebührenfei. 

1934
Die kommunale Neuordnung betrifft vor allem den TSV Alzenberg: Speßhardt und Oberriedt werden von Alzenberg ausgegliedert und schließen sich Altburg an.
Alzenberg verliert seine Selbstständigkeit und wird nach Calw eingemeindet. Die Turnhalle im Häslich geht in städtischen Besitz über.
Bei der 88.Generalversammlung und dem Wechsel des Vorstandes fand der neue Vorstand Stadtrat Julius Widmaier begeisterte Worte für die deutsche Turnsache und- im Sinne der Zeit –  bewegende Ausdrücke über das Erbe des Turnvaters Jahn, der sich schon zu seiner Zeit für die Ertüchtigung und Erstarkung der Jugend und für den Zusammenschluss auf völkischer Grundlage eingesetzt habe. Eine eindrucksvolle Gedächtnisfeier für den (NS-) „Freiheitshelden“ albert Leo Schlageter folgte auf dem Turn- und Sportplatz.

(Schlageter: 1894-1923; seit 1922 Mitglied der NSDAP; beteiligte sich 1923 an Sabotageunternehmen im Ruhrkampf (Sprengung von Brücken, Bahngleisen, u.ä.). Nach Verhaftung durch franz. Militärgericht ordnungsgemäß zum tode verurteilt und standrechtlich erschossen. Danach in der Propaganda zu deutschem Nationalhelden hochstilisiert.) 

1935
Jakob Kübler wird Nachfolger von Jakob Lörcher beim TSV Alzenberg. 

1936 – 1945
Während der nationalsozialistischen Herrschaft gingen die Aktivitäten des Vereins im Rahmen der Möglichkeiten dieser Jahre weiter. Vorrang hatte das Fechten und die Leichtathletik.
Natürlich hatte der Krieg verheerende Auswirkungen auf die Mitglieder, weil viele Männer als Soldaten diensten oder aus dem Krieg nicht mehr heimkehrten. Auch Heinz Wolfgang Schnaufer, ein Mitglied des Vereins  wurde anlässlich seiner Verleihung mit dem Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten in der Stadt und im Verein geehrt.
Nach dem Einmarsch der Franzosen musste der Turnbetrieb vollständig eingestellt werden. Auch der TSV Alzenberg wird durch einen Kontrollratsbeschluss aufgelöst.
Erst 1947 genehmigte die französische Militärregierung ein Wiederaufleben der Turnerei. Mit der Aufstellung einer Altherrenriege wurde daher im Jahr 1947 der Turnbetrieb wieder aufgenommen.

1948
Mit dem Wiederaufleben des Turnbetriebs begann auch das Frauenturnen. Für den TSV Alzenberg begann am 1.März ein ganz neuer Abschnitt. Da nach den Gesetzen der Besatzungsmacht an jedem Ort nur ein Sportverein gegründet werden durfte, mussten sich der TV Calw und der TSV zusammentun. Im Calwer Sportverein galt der bisherige TSV als ein Teilverein, aber die Calwer ließen den Alzenbergern voll Handlungsfreiheit. 

1950
Die wiedergegründeten Vereine entwickelten jeweils emsige Tätigkeit in allen Sportarten.
Der TSV Alzenberg erhielt durch die Lockerung der Besatzungsgesetze wieder seine voll Selbstständigkeit am 1.April unter der Bezeichnung: TSV Alzenberg von 1903 e.V.
Im TV Calw wurde eine Tischtennisabteilung gegründet. 

1952
Vom TSV Alzenberg trennte sich eine neu gegründete Fußballabteilung und wurde zu einem selbstständigen Verein. Gründung der Schizunft Calw, als Unterabteilung des Turnvereins. 

1955
Die günstige Entwicklung im Alzenberger Verein hielt in den folgenden Jahren an, besonders durch die erfolgreichen Leichtathleten mit dem jungen Hans Peter Collmer.
Auch die Faustballer hatten in den 50er Jahren große Erfolge vorzuweisen, sowohl im Gau als auch in der Landesklasse. 

1956
110-jähriges Jubiläum im Georgenäum
48 goldene Ehrennadeln
82 silberne Ehrennadeln 

1957
Turnhalle und Turnplatz sollen in Alzenberg als künftiges Baugelände benutzt werden und als Ausgleich dazu neue Sportstätten auf dem Wimberg geschaffen werden.

1961
Obwohl die Alzenberger ihre Häslich-Turnhalle instand gesetzt hatten, erfolgte der Bau des Georg-Baumann-Stadions auf dem Wimberg, das im gleichen Jahr eingeweiht wurde.
Gründung einer Boxabteilung. 

1962 
Versehrtensport im TV Calw als eigene Abteilung. 

1963
Der TSV Alzenberg richtet zum 60jährigen Bestehen des Vereins das Gauturnfest aus, das zu einem großen Erfolg wurde. 

1964
Die Häslich-Turnhalle in Alzenberg muss einer modernen Bebauung Platz machen. 

1965
Für den alten Spielplatz wird eine neue Stelle gefunden und eine Blockhütte erstellt. 

1966
Die Leichtathleten des TSV Alzenberg setzen sich mit dem TV Calw in Verbindung und gründen eine Trainingsgemeinschaft. 

1968
Die Gedanken um einen Großverein in Calw beschäftigen die Köpfe vieler. Es kommt aber der Zusammenschluss von Turn- und Fußballvereinen (die große Lösung) nicht zustande.
In einer Generalversammlung wird über die Fusion der beiden Vereine beschlossen, der neue Verein nennt sich TSV Calw e.V. von 1846. 

1970
Sparte Volleyball gegründet.

Die letzten 25 Jahre im Verein – ein Filmversuch

Was soll ich über meinen Verein schrei­ben, dem ich seit fast 20 Jahren angehöre, dessen Entwicklung „aus etwas höherer Warte” als Abteilungslei­ter oder im Vorstand aber erst seit 7 Jahren von mir mitverfolgt wurde?

Nun, als begeisterter Kinogänger will ich versuchen, als Regisseur einen,,Spielfilm TSV” mit Hilfe bekannter Filmsequenzen nachzuzeichnen.

1. Das Expose
Als Expose dient „Die Feuerzangen­ bowle”: In ihr finden sich zu Beginn ältere Männer zusammen, die sich gemeinsam ihrer Jugend und der Schulzeit erinnern.

Guter Gedanke: ein Treffen des Beraterstabs wird arrangiert: ehemalige Vorsitzende, ein Ehrenvorsitzender, ehemalige Abteilungsleiter und als Bezug zur Gegenwart, sozusagen als Produzent, der Geschäftsführer.

Es stimmt, die Versammlung erweist sich als Erfolg: bereitwillig wird in die Vergangenheit eingetaucht, alte Erinnerungen kommen hervor und werden zum besten gegeben. Leider erweist sich jetzt ein technisches Manko als entscheiden der Fehler: ein Mikrophon mit dazugehörendem Aufnahmegerät fehlt (von einer Kamera und dem dazugehörenden Film ganz zu schweigen), so daß ein Großteil dieser Erinnerungen für den Spiel-Filmer Erinnerungen bleiben…. (Ich hätte doch wenigstens eine Stenotypistin beschäftigen sollen.)

2. Der Haupteil
Als Hauptteil soll „Rashomon” als Vorlage dienen: In diesem Film wird der gleiche Vorfall einem Richter aus der Sicht von vier Beteiligten erzählt, und jeder erzählt die Geschichte anders, bei geringfügigen Übereinstimmungen. Hier trete ich als Richter auf, der den Fall zu klären hat; ich versuche, eine Ordnung in die vielen Äußerungen zu bringen und befrage zu

Sportplatz in Hirsau
a) ja, der war zweimal überschwemmt: um 1980 und/oder um 1982;
b) ja, und dann noch einmal im Dezember 1994.
c) Das Gebäude dort wurde1928 erbaut; der erste Eingang zum Platz ist heute noch sichtbar
d) Beim 110. Jubiläum (1956) gab es einen Festzug zum Platz; auf ihm befanden sich eine 100m Bahn und an der Nagold 2 Weitsprunggruben und eine für Hochsprung.
e) Der Hundesportverein benutzte die Kabinen als Hundezwinger, dann gab es einen kleinen Aufenthaltsraum. Es stand/steht ein Spritzenhäuschen von Perrot – das gehört dem TSV. So um 1971/72 wurden Duschen eingebaut – beteiligt war der Ingenieur Schanz – es gab Warmwasser. Um 1975 erfolgte die Zuleitung vom Hirsauer Weg unter der Nagold durch zur Verbesserung der Wasserversorgung.
f) Der Platz sollte dann verkauft werden – der Gemeinderat hatte schon der Verkaufssumme von DM 320 Tsd. zugestimmt; durch den Wechsel im Amt des OB kam es zur Verzögerung, dann zur Ablehnung durch die ‘Verwaltung’ – so hat der TSV heute noch den Platz, der jetzt langfristig an die Stadt vermietet ist.
Der offizielle Zusammenschluß mit Alzenberg wurde 1971 vollzogen. Dr. Gröner machte die Versammlungen in Calw und in Alzenberg mit; der Zusammenschluß wurde von beiden Vereinen beschlossen. Der TSV Alzenberg brachte etwa 60 Mitglieder zur Hauptversammlung, Calw ungefähr 30. Initiator der Fusion war Kurt Nothacker

  • Das Jahresbeitragseinkommen damals lag bei etwa 16 Tsd. Mark; Max Bohde war Kassier: er hat bei allen persönlich kassiert.
  • Am Montag nach dem Stadtfest war Kinderfest mit Wettkämpfen; das Festzeit stand auf dem Turnplatz; mit den Leichtathleten gab es Streit um die Frage, ob Spikes benutzt werden dürften.
  • 1971 stand ein großes Festzeit im Stadion anläßlich des Jubiläums.
  • Die Kartei mußte organisiert werden: 1969/70 wurde durch Alfred Dettinger die Buchhaltung eingeführt (wie bei den Gemeinden) und der Mitgliederbestand aktualisiert. Der Kassier kassierte bei allen persönlich ab: Beitragshöhe war DM 18, Kinder DM 6. Der Beitrag wurde auf zweimal im Jahr eingezogen. Es erfolgte dann eine Erhöhung auf DM 24 (d.h. der Monatsbeitrag entsprach einer Schachtel Zigaretten = DM 2) und dann DM 36. Anfang der 70er Jahre war dann Eiding Kassier.
  • Der Kassier war mit 10 % am Beitrag beteiligt – sozusagen als freier Mitarbeiter.
  • Bei der Skizunft gab es einen Sonderbeitrag.
  • Johannes Koch als Abteilungsleiter der Tischtennis Abteilung sprang ab – aus ihr wird Calw Jägermeister.
  •  

Der Richter, nein Pardon der Regisseur, versucht  Ordnung in all diese Aussagen zu bringen:

Wie war das mit der Geschäftsstelle?

E. Ritschek übernahm den Vorsitz unter der Bedingung, daß eine Geschäftsstelle mit Telefon (!) eingerichtet würde. Der Ofen dazu kam von Karl Weiß. Sie war zunächst am Marktplatz neben Pelz­Schäberle; über ihr befand sich das Verhörzimmer der Polizei    Polizist  war Hans Adam. E. Raich war Geschäftsführer; als Kassier wurde Frau Dassow angestellt und bezahlt.

Ab dann erfolgte die Mitgliederverwaltung über die KSK Calw- zurückgegriffen wurde auf die Mitgliederlisten der einzelnen Abteilungen.

  • Der Umzug in die jetzige, inzwischen zu kleine Geschäftsstelle erfolgte um 1990.


Der Richter, nein Pardon Regisseur, versucht Ordnung in all diese Aussagen zu bringen:

  • Wie war das mit der Schulraum auf dem Wimberg?
  • Wie war das mit dem Vereinsheim?


Zunächst entstand Mitte der 70er ein Plan für ein Vereinsheim neben der Wimberg-Turnhalle (alt). Dieser Plan war jedoch finanziell windig; gebaut werden sollte auf Boden, der der Stadt gehörte.

Dann kam ein Plan für ein Vereinsheim, das an der Böschung der Straße neben dem Platz in Hirsau gebaut werden sollte. Dieser Plan scheiterte jedoch an der Frage von Parkplätzen zur Straße hin. Es geschah zu der Zeit, als Herr Ritschek Vorsitzender war.

  • Gemeinsame Veranstaltungen?


Der letzte Festumzug war 1952 beim Kinderfest.

Es geschah zu der Zeit, als Herr Thomas Vorsitzender war: Lico und TSV Calw machten zusammen eine Faschingsveranstaltung in der Aula. „Das erstemal ging es gut, dann ging es daneben .”

Stadtfest?

Ein Rutsche wurde gebaut; die erste Rutsche wurde aus Weinheim ausgeliehen, dann wurde eine hier gebaut. Waldemar Stoll hat sie das erste Mal ausprobiert, Herr Bugenings die Statik überprüft. Problematisch war die Lagerung.

Es gab immer wieder gewisse ‘Auflösungstendenzen’ in einzelnen Abteilungen, Versuche, sich vom Hauptverein zu trennen.

  • 1993 ging als das Jahr der Krise und der Neuorientierung der Vorstandsarbeit in die Geschichte des Vereins ein: es findet sich kein neuer 1. Vorsitzender, so daß ein Not-Vorstand die Zügel in die Hand nimmt, damit der Verein sich nicht auflösen muß. Manfred Stoll ist für diese Zeit 1. Vorsitzender. Sein Motto: Nur gemeinsam schaffen wir es.
  • Die Finanzen bestimmen in den letzten Jahren zunehmend die Arbeit des Vorstands und des Hauptausschuß es. Unter Jürgen Stoll wird eine gemeinsame Kassenführung eingeführt: alle Abrechnungen der einzelnen Abteilungen erfolgen über die gemeinsame Hauptkasse. Schnell zeigt sich aber auch, daß zu solch einer Arbeit mit moderner Mitgliederverwaltung über PC ein hauptamtlicher Geschäftsführer notwendig ist: viel Zeit ist für 2000 Mitglieder erforderlich. So wird ein Geschäftsführer angestellt, der ebenso sportlich neue Akzente setzt. Mit Dipl.­ Sportlehrer Hermann Claus wird ein erstklassiger Mann dafür gefunden. Mehr Professionalität bedeutet Mehrkosten, bedeutet also auch höhere Beiträge: auch hier wurden Weichen gestellt

3. Schluß

Der Nebel lichtet sich etwas über den Köpfen der Berater der Neuauflage von Rashomon und der Feuerzangenbowle. Erleichterung überall, denn Material ist genug da, da muß doch ein Film dar­ aus werden…

Als im ABSPANN die Namen aller Mitwirkenden erscheinen sollen, geht – treu der Tradition des Calwer Kinos – das Licht an, der Vorhang geht zu, und so bleibt es nur in meinem Gedächtnis, wer da mit welchen Äußerungen einen Beitrag geleistet hat. Ein Wort ist nur deutlich: ENDE

P.S.: Arbeitstitel des Films, der wohl kaum in die Filmtheater der Republik kommt, ist „Rasch, oh Mond, die Feuer sangen Kohle”

Quelle: Festschrift zum 150-jährigen Jubiläum 1996

11.05.1996
Der TSV Calw v. 1846 e.V. feiert seinen Festakt anlässlich des 150-jährigen Jubiläums in der Aula in Calw. Knapp zwei Monate später findet vom 05. – 08. Juli 1996 das TSV-Geburtstagsfest mit Musik, Tanz & Show im Georg-Baumann Stadion sowie auf dem Festplatz in Calw-Wimberg statt.

24.05.1996
Die Marketing- und Veranstaltungs- GmbH des TSV Calw v. 1846 e.V. wird gegründet. Aufgrund des stetig steigenden Finanzvolumens ist diese Neustrukturierung für den Verein notwendig, der zukünftig Bewirtungen und Sponsoring darüber abwickelt.

07.10.1996
Die TSV-Fechtabteilung richtet nach langer Pause wieder ein Turnier in der heimischen Halle aus – die Württembergischen Jugendmeisterschaften im Florett. Mit Andreas Götz, Dorothea Jedele und Nani Pfeilsticker nahmen auch drei Eigengewächse daran teil, mussten sich jedoch starker Konkurrenz geschlagen geben.

1999
Das alte Sportheim in der Calwer Straße zwischen Calw und Hirsau wird abgerissen. Drei Jahre zuvor im Jahr 1996 war unter Oberbürgermeister Dr. Karl noch ein Zuschuss in Höhe von 100.000,- DM im Haushalt der Stadt Calw für einen Sportheim-Neubau an selber Stelle eingestellt worden. Dieser wurde letztlich aber nicht abgerufen.

2001
Bereits vor zwanzig Jahren bot der TSV Calw seinen Mitgliedern erstmalig die Möglichkeit eines Krafttrainings an. Dazu wurde der Nebenraum der Berufsschulturnhalle in Calw-Wimberg zu einem kleinen Kraftraum umgebaut. Von den Gesamtkosten in Höhe von 30.037,- DM bezahlte der Landkreis Calw knapp die Hälfte und sicherte sich damit ein Nutzungsrecht für seine Schulen.

11.05.2001
Bei der 155. Jahreshauptversammlung beschäftigte sich der TSV Calw erstmalig mit dem Bau eines Sportvereinszentrums. Der Vorstand erhielt seitens der Versammlung den Auftrag, Gespräche mit der Stadt bezüglich eines Neubaus aufzunehmen.

01.07.2001
Nachdem der TSV Calw bereits seit geraumer Zeit zeitlich befristete Taekwondo-Kurse für interessierte Mitglieder angeboten hatte, wurde nun offiziell die Abteilung Taekwondo gegründet.

01.01.2002
Die TSV-Kindersportschule ist inzwischen so groß, dass der Verein einen zweiten Arbeitsplatz schafft – Clemens Alex wird neuer Mitarbeiter.

16./17.03.2002
Die Faustball-Abteilung richtet die Deutsche Meisterschaft im Hallenfaustball für die Altersklasse Männer 50 aus.

09.04.2002
Die Pläne für den Neubau eines eigenen Sportvereinszentrums nehmen zum ersten Mal richtig Fahrt auf. Auf dem Gelände des heutigen netto,- plant die Stadt Calw den Neubau einer Sporthalle, die als Gemeinschaftsprojekt mit dem Sportvereinszentrum des TSV Calw entstehen soll. Der Architekturwettbewerb „alter Bahnhof“ wird ausgeschrieben.

2003
Gut ein halbes Jahr nach ihrer Gründung nimmt die Floorball-Abteilung (damals noch Unihockey) erstmals am Wettkampfbetrieb teil. Der U14-Spieltag in Heidelberg bildet dabei den Auftakt für die von Clemens Alex mit nach Calw gebrachte Sportart.

01.05.2004

Der TSV Hirsau, der TSV Calw und der HV Bad Liebenzell gründen die Handballspielgemeinschaft SG HCL. Jahrzehntelange Gegner auf und neben dem Feld sind plötzlich Mitspieler sowie Kollegen und wollen zusammen an einem Strang ziehen.

17.07.2004
Nach schlechten Erfahrungen im Jahr zuvor mit einem externen Dienstleister wird den TSV Calw die Ehre zuteil, die Bewirtung bei „Calw rockt“ mit „Manfred Mann‘s Earth Band“ und „The Sweet“ zu übernehmen. Für den Verein ist die Premiere zwar eine große Herausforderung, die er dank breiter Unterstützung aus den Abteilungen aber bestens meistert und damit nur den Auftakt zu noch viele weiteren Konzert-Bewirtungen bildet.

2005
Nachdem klar ist, dass der Sporthallenneubau beim alten Bahnhof nicht gebaut wird und damit auch das Sportvereinszentrum an derselben Stelle nicht verwirklicht werden kann, rückt die Deckenfabrik als mögliches Areal in den Fokus der Verantwortlichen bei Stadt und Verein.

2005
Die Hochdorfer Kronenbrauerei aus Nagold-Hochdorf wird zum 01.01.2005 Sponsor des TSV Calw, die Elektrizitätswerk Calw GmbH, Vorgängerin der heutigen Energie Calw GmbH wird zum 01.10.2005 Hauptsponsor der TSV-Kindersportschule – zwei Partnerschaften, die bis heute erfolgreich bestehen.

10.05.2005
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum der TSV-Kindersportschule wird Clemens Alex neuer Leiter der Kindersportschule.

28.07.2005
Die Skizunft kauft ein 2.151 m² großes Grundstück in Enzklösterle-Poppeltal, das dem Verein zuvor bereits viele Jahre per Erbpacht überlassen worden war und auf dem bis heute die vereinseigene Jugendskihütte steht. Diese wird vom Verein vermietet und erfreut sich großer Beliebtheit bei Familien, Jugend- bzw. Firmengruppen.

22.07.2005
Nach jahrelanger Planung wird der Traum unserer Faustball-Abteilung endlich konkret. Für rund 100.000,- Euro entsteht zwischen Calw-Altburg und Calw-Alzenberg ein Vereinsheim inklusive zweier Faustballfelder. Der Gemeinderat stimmt der Überlassung des städtischen Grundstücks per Erbpacht zu. Am 09.08.2006 ist dann auch die Unterschrift unter die Beauftragung der Firma Kutter GalaBau für den Bau der Faustballfelder geleistet.

11.05.2006
Nachdem das alte Sportheim bereits 1999 abgerissen worden war, verkauft der TSV Calw das Grundstück in der Calwer Straße für insgesamt 133.000,- Euro an die Stadt Calw. Der erzielte Erlös wird zehn Jahre später in die Finanzierung des TSV Sportzentrum fließen.

09.06. – 09.07.2006
Die Arkaden im Calwer Rathaus verwandeln sich während der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zum Calwer WM-Studio. Der TSV Calw bietet während der vierwöchigen WM Public Viewing an und trifft dabei genau den Nerv der Zeit. Viele Besucher, tolle Stimmung und wirtschaftlicher Erfolg – das bleibt in Erinnerung von der Heim-WM in Calw.

2007
Nach Calw rockt übernimmt der TSV Calw auch die Bewirtung beim Calwer Klostersommer, das in diesem Jahr erstmals unter der Regie der concetera GmbH im Kloster Hirsau durchgeführt wird.

27.06.2008
Nach rund einjähriger Bauzeit wird die Faustball-Anlage „Am Aischbach“ mit einem kleinen Festakt offiziell eröffnet. Ihre sportliche Taufe erlebt die Anlage am 23. Juli 2008 bei einem Turnier mit aktuellen und ehemaligen Nationalspielern sowie Akteuren des gastgebenden TSV Calw.

01.01.2019
Infolge einer Beitragserhöhung sinkt der Mitgliederstand von 1.943 auf 1.804.

07./08.03.2009
Sieben Jahre nach der letzten Deutschen Meisterschaft unter der Regie der TSV-Faustballer spielt erstmals die Männer-Elite ihren Deutschen Hallenmeister in Calw aus. Die Gemeindehalle Calw-Stammheim rückt zwei Tage in den Mittelpunkt von Faustball-Deutschland und erlebt tollen Sport vor einer imposanten Kulisse.

22. – 24.05.2009
Der Beginn einer tollen Partnerschaft und Vereinsfreundschaft: Die Floorball Lions des TSV Calw nehmen erstmals bei der „Notte di Unihockey“ des UHC Collina d’Oro teil. Während das erste Kräftemessen mit viel Lehrgeld für Calw endet, bleiben die Erlebnisse und die Gastfreundschaft der Tessiner noch lange in Erinnerung. Viele weitere Begegnungen folgen…

15.03.2010
Dank der Unterstützung der Energie Calw GmbH verfügt der TSV Calw fortan über zwei Busse, die er seinen Abteilungen zur Verfügung stellen kann und die auch rege genutzt werden.

01.03.2011
Benjamin Knoll wird neuer Geschäftsführer des TSV Calw, nachdem Hermann Claus nach 17 Jahren eine neue Herausforderung sucht und als Leiter Bäderbetriebe zu den Stadtwerken Calw GmbH wechselt.

16.10.2012
Elf Jahre nach dem ersten Anlauf nimmt der TSV Calw erneut Gespräche um den Bau eines Sportvereinszentrums auf und stellt zunächst der Stadt Calw und wenig später dem Württembergischen Landesssportbund seine Ideen zum Areal des ehemaligen THW-Gebäudes in der Bahnhofstraße vor.

03./04.03.2012
Nach der Deutschen Meisterschaft der Männer 2009 findet nun die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft im Hallenfaustball in der Gemeindehalle in Calw-Stammheim statt. Gastgeber Calw konnte sich nach zwei Vorrunden-Niederlagen nicht fürs Halbfinale qualifizieren.

12. – 14.07.2013
Während die Planungen zum Sportvereinszentrum langsam ins Rollen kommen feiert die Stadt Calw die Einweihung der neuen Walter-Lindner-Sporthalle „Im Krappen“, die nach mehreren Anläufen und OB-Wechseln endlich Wirklichkeit wird. Für den Vereinssport in Calw bedeutet die Eröffnung der Vierfeld-Sporthalle einen Meilenstein.

24.07.2013
So nah liegen Freud und Leid manchmal zusammen: Nur zwei Wochen nach der Eröffnung der Walter-Lindner-Sporthalle muss der Sport in Calw eine ganz bittere Pille schlucken. Mit der Schließung des Carl-Schmid-Bades geht in Calw eine fast 50-jährige Epoche zu Ende, die Schul- & Vereinssport für unlösbare Herausforderungen stellt.

13.07.2014
Die Turnabteilung richtet das Gau-Kinderturnfest in Calw-Wimberg aus.

11.06.2016

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der TSV-Kindersportschule veranstaltet diese den KiSS-Cup rund um das Georg-Baumann Stadion in Calw-Wimberg. Neben 80 eigenen Kindern nehmen auch die Kindersportschulen aus Herrenberg und Schönbuch teil.

30.07.2016

Der 1. Calwer Kinder- & Jugendtriathlon löst Calwer Triathlon ab. Nachdem dieser aufgrund des immer höheren organisatorischen Aufwands sowie der immer umfangreicheren rechtlichen Anforderungen quasi unmöglich wurde und 2014 zum vorerst letzten Mal stattfand, entschlossen sich die Verantwortlichen für einen Neustart und eine Neuausrichtung auf den Kinder- und Jugendbereich.

07.10.2016

Das Jahrhundertprojekt des TSV Calw, das eigene Sportvereinszentrum wird endlich Wirklichkeit. Der Spatenstich leitet die ziemlich genau einjährige Bauzeit ein.

01.01.2017

Durch die Verschmelzung der Reha- und Behindertensportgruppe Calw e.V. in den TSV Calw v. 1846 e.V. als Abteilung Freizeitsport steigt die Mitgliederzahl des TSV Calw bis zum Jahresende 2017 auf 2.041 Mitglieder. Erstmals seit dem 01.01.1994 hat der TSV damit wieder mehr als 2.000 Mitglieder und gilt damit beim Württembergischen Landessportbund als Großverein.

26./27.08.2017

Nach der Ausrichtung mehrerer Deutscher Meisterschaften ist Calw erstmals Gastgeber der Faustball-EM der Frauen sowie der U21-EM der Männer in Calw-Wimberg. Der hervorragende Ruf, den die Faustball-Abteilung nicht nur bundesweit genießt, macht diese Vergabe nach Calw möglich und sorgt damit für internationalen Flair in der Hesse-Stadt.

10.11.2017

Mit einem Festakt und mehr als 100 geladenen Gästen eröffnet der TSV Calw sein TSV Sportzentrum. Nach einem Wochenende der offenen Tür startet das TSV Sportzentrum am 13. November 2017 dann in den Regelbetrieb und eröffnet dem TSV Calw und seinen Mitgliedern so ganz neue Möglichkeiten.

09.09.2019

Erstmals veröffentlicht der TSV Calw ein eigenes Vereinsmagazin. Die „Löwenpost“ erscheint mit einer Auflage von 3.200 Stück und verbessert die Vereinskommunikation deutlich.

31.12.2019

Einen weiteren Meilenstein erreicht der TSV Calw im Jahr 2019. Erstmals beträgt der Umsatz mehr als 1 Mio. Euro, genauer gesagt 1.059.044,- Euro. Der TSV Calw ist inzwischen ein mittelständiges Unternehmen mit entsprechender hauptamtlicher Personalstruktur.

14.03.2020

Der Hauptausschuss des TSV Calw beschließt die Aussetzung seiner Sportangebote angesichts der raschen Ausbreitung des neuartigen Corona Virus. Am 16.03.2020 wird sämtlicher Sportbetrieb per behördlicher Anordnung untersagt, sodass auch das TSV Sportzentrum zum 17.03.2020 seinen Betrieb komplett einstellen muss. Es ist erstmals eine Mitarbeiterversammlung notwendig, Kurzarbeit wird eingeführt und der gesamte Vereinsbetrieb ruht für zwei Monate bis Mitte Mai 2020. Zum 01.11.2020 folgt zum zweiten Mal die Einstellung des kompletten Sportbetriebs, in diesem Fall teilweise für sechs Monate und mehr, sodass auch das Jubiläumsjahr 2021 nicht wie ursprünglich geplant begangen werden kann.

Fortsetzung folgt…