Kanga®-Trainerin mit Leib und Seele: Sarah Levacher feiert 10-jähriges Jubiläum

Kanga®-Trainerin mit Leib und Seele: Sarah Levacher feiert 10-jähriges Jubiläum

Wenn Sarah Levacher über ihre Arbeit spricht, wird schnell klar: Für sie ist Kanga® weit mehr als ein Fitnesskurs. Seit nunmehr zehn Jahren begleitet sie Mütter auf ihrem Weg zurück zu körperlicher Stärke und innerem Gleichgewicht – und hat dabei selbst eine beeindruckende persönliche Entwicklung durchlebt.

Sport als Anker im Alltag von Müttern

Kangatraining® ist ein Konzept, das Bewegung und Nähe verbindet: Mütter trainieren gemeinsam mit ihren Babys, die sicher in einer Tragehilfe eingebunden sind. „Es ist ein Ganzkörpertraining, das speziell auf die Bedürfnisse nach der Geburt abgestimmt ist“, erklärt Sarah. Dabei stehen nicht nur Fitness und Kräftigung im Vordergrund, sondern auch Achtsamkeit und der bewusste Umgang mit dem eigenen Körper.

Der Einstieg ist klar geregelt: Nach einer normalen Geburt können Mütter etwa acht bis zwölf Wochen später beginnen, nach einem Kaiserschnitt frühestens nach zwölf Wochen. Vorausgesetzt, ein ärztlicher Check-up gibt grünes Licht. „Ganz wichtig ist: Kanga® ersetzt keine Rückbildung, sondern baut darauf auf“, betont sie.

Auch während der Schwangerschaft bleibt Bewegung ein Thema. Mit dem sogenannten PreKanga®-Kurs bietet Sarah ein angepasstes Training für werdende Mütter an, solange kein ärztliches Sportverbot besteht.

Der Weg zur Berufung

Da das Tanzen schon immer ein Teil von ihr war, begann Sarah Levacher neben ihrem Beruf als Friseurin zunächst eine Vollzeit-Ausbildung zur Tanzlehrerin. Auch wenn sie diese später nicht fortführte, ist die Freude an Bewegung und Musik geblieben. Nach der Geburt ihres ersten Kindes, suchte Sarah nach einer Möglichkeit wieder zu arbeiten und fit zu werden, ohne ihr Kind abgeben zu müssen. Über einen Tipp aus ihrem Umfeld entdeckte sie das damals noch wenig verbreitete Kangatraining®, das Fitness und tänzerische Elemente verbindet.

Ihre Ausbildung absolvierte Sarah in Wien, bei der Gründerin Nicole Pascher, wo das Konzept ursprünglich entwickelt wurde. Die intensive Schulung umfasste sowohl theoretische als auch praktische Prüfungen, inklusive detaillierter Videoanalysen. „Da wurde wirklich genau hingeschaut“, erzählte Sarah lächelnd. Am 30.05.2016 startete sie schließlich mit acht Teilnehmerinnen ihren ersten eigenen Kurs.

Zwischen persönlicher Krise und Neuanfang

Doch der Weg war nicht immer einfach. Kurz nach dem Start ihrer Kurse erlebte Sarah einen tiefen Einschnitt: die Trennung von ihrem damaligen Partner, nur wenige Wochen nach der Hochzeit. „Das war ein kompletter Umbruch“, erzählt sie offen. Damals musste sie sich den Herausforderungen des Alltags plötzlich als alleinerziehende Mama stellen. In dieser schwierigen Zeit wurde das Kangatraining® für sie selbst zur Stütze. „Die Gemeinschaft unter den Mamas hat mich durchgetragen“, sagt sie.

Eine besondere Wendung ergab sich einige Zeit später: Über eine damalige Kursteilnehmerin, die heute zu ihrer Familie gehört, lernte sie ihren jetzigen Ehemann kennen. Heute leben sie mit ihrer gemeinsamen Tochter als Patchworkfamilie.

 

 

 

Gemeinschaft, die trägt

Über die Jahre hat Sarah unzählige Geschichten erlebt: glückliche Geburten, neue Freundschaften, aber auch tragische Schicksale. Besonders bewegend war der Fall einer Mutter, deren schwer krankes Kind verstarb. Gemeinsam mit ihren Teilnehmerinnen organisierte Sarah Levacher eine Spendenaktion, bei der rund 4500 Euro zusammenkamen. „Das zeigt, was diese Gemeinschaft leisten kann.“

Der Zusammenhalt, das gegenseitige Verständnis und die Offenheit innerhalb der Gruppen seien etwas ganz Besonderes. Diese besondere Atmosphäre ist bis heute ein zentraler Bestandteil ihrer Kurse. „Es gibt kein Konkurrenzdenken. Die Mamas unterstützen sich gegenseitig, hören zu und stärken sich“, beschreibt Sarah. Für viele ist das Training deshalb mehr als Sport – sondern auch ein Ort, an dem echte Verbindungen und Freundschaften entstehen.

Neustart beim TSV Calw

Wie viele Bereiche wurde auch das Kangatraining® durch die Corona-Pandemie stark beeinflusst. „Die Gruppen wurden kleiner, viele haben sich an den Alltag ohne Sport gewöhnt“, berichtet Sarah. Hinzu kam eine Knieoperation, die zu einem Ausfall führte. Als ihr damaliger Arbeitgeber die Kurse schließlich einstellte, stand sie vor einer neuen Entscheidung. Aber aufgeben kam für Sarah nicht infrage. Sie suchte aktiv nach neuen Möglichkeiten und fand sie beim TSV Calw. Seit Januar 2026 bietet sie dort ihre Kurse an und konnte viele ihrer Teilnehmerinnen erneut gewinnen. „Die Mamas haben tatsächlich gewartet, bis es weitergeht“, sagt sie.

Heute umfasst ihr Angebot mehrere Formate: PreKanga® für Schwangere, Klassisches Kangatraining® für Mütter mit Babys, KangaBurn® als intensives Training ein Jahr nach der Geburt.

Die Kurse finden mehrmals wöchentlich statt und sind inzwischen wieder stabil etabliert, auch wenn die Teilnehmerzahlen noch nicht ganz das Niveau von vor der Pandemie erreicht haben.

Mehr als nur Training

Neben ihrer Tätigkeit als Trainerin ist Sarah auch Trageberaterin. In jeder Stunde überprüft sie, ob die Babys korrekt in den Tragen sitzen, denn das ist ein wichtiger Aspekt für die Gesundheit von Mutter und Kind. Ihr Ansatz geht über die reine Bewegung hinaus: „Mir ist wichtig, dass die Mamas sich selbst nicht verlieren“, betont sie. Gerade nach der Geburt fehle oft die Zeit für sich selbst. „Beim Kanga® dürfen sie wieder bei sich ankommen.“

Ein Blick nach vorn

Mit ihrem 10-jährigen Jubiläum blickt Sarah Levacher nicht nur auf eine erfolgreiche berufliche Laufbahn zurück, sondern auch auf eine Zeit voller persönlicher Entwicklung. „Ich habe so viele Menschen kennengelernt und so viele Geschichten begleitet“, sagt sie, „Ich bin einfach Kanga®-Trainerin mit Leib und Seele.“

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